Warum Rainbow-Six Siege für mich eine Multiplayer Offenbarung ist

Avatar  geschrieben von Marcel am 17.10.2017

Früher habe ich viele Multiplayer-Shooter gespielt. Angefangen hat alles mit Counter-Strike: Source und Unreal Tournament 2004, die ich zusammen mit Freunden auf LAN-Partys und Online-Servern tagein tagaus gespielt habe. Dann erschien 2007 Call of Duty 4: Modern Warfare und revolutionierte Multiplayer-Shooter. Das Progressionssystem, das bis heute in sämtlichen Spielen vorkommt, bot damals eine für Shooter nie dagewesene Langzeitmotivation. Aber spätestens nach Call of Duty: Black Ops II war auch das nicht mehr genug Motivation für mich. Die Art und Weise wie man voranschritt in diesen Spielen, ähnelte mir zu sehr MMOs, für die ich aufgrund des Grinds leider wenig übrig habe (ausgenommen The Division, aber dazu wannanders mehr). Immer dieselben Karten, dieselben Abläufe und dieselben Modi.

Danach spielte ich recht wenig Multiplayer-Shooter. Spiele wie Insurgency, Day of Infamy, Red Orchestra 2 oder die Battlefield-Reihe weckten immer wieder mein Interesse aufgrund der gelungenen Mischung aus Realismus und Spielspaß. Aber auch da pendelte sich irgendwann der Trott ein (Insurgency und Day of Infamy erhalten allerdings regelmäßige, kostenlose Updates, weshalb ich da ab und zu noch reinschaue).

Der aktuellste Rainbow Six Teil fesselte mich erst spät, aber überzeugte mich mit seinem Konzept komplett. Zuerst wurde Rainbow Six: Patriots angekündigt, welches mit dem Fokus auf eine Einzelspieler-Kampagne ein vollwertiger Rainbow Six Titel werden sollte. Nur ein Jahr nach seiner Ankündigung wurde die Entwicklung zugunsten von Rainbow Six Siege eingestellt. Letzteres sollte ein reiner Multiplayer-Titel mit kleinem Koop-Anteil werden. Ich persönlich war begeistert vom Zerstörungsgrad und taktischen Tiefe der ersten Trailer. Allerdings war mir das Spiel zu Release zu teuer. Im Laufe des ersten Jahres griff ich zu, nachdem mich die Berichterstattung über die fortwährende Pflege des Spiels überzeugte.

Mittlerweile befindet sich das Spiel im zweiten Jahr und fesselt mich immer noch für Tage an den Bildschirm. Vor allem der Rank-Modus hat es mir angetan. Hier spielen Teams aus je fünf Spielern aus zufällig ausgewählten Karten in zufälligen Modi gegeneinander. Mal muss ein Container sichergestellt werden, mal muss eine Geisel befreit werden. Das Besondere im Ranked-Modus: das erste Team, dass insgesamt vier Runden gewinnt, gewinnt auch das Match. Sollte es nach sechs Runden keinen Gewinner geben, gibt es eine Verlängerung. Zudem dürfen sich die Angreifer ihren Spawnpoint aussuchen, wohingegen die Verteidiger das Zielobjekt platzieren dürfen. Dazu werden Möglichkeiten vom Spiel vorgegeben.

Nun kann sich aber nicht jeder Spieler seine Ausrüstung wie in Counter-Strike: Global Offensive frei zusammenstellen. Stattdessen wählt man aus einem stetig anwachsendem Pool aus Verteidiger- und Angreifer-Operatoren aus, die alle eine individuelle Fähigkeit sowie Ausrüstung vorzuweisen haben. Die Ausrüstung lässt sich leicht anpassen, z.B. ob man eine Maschinenpistole oder ein Schrotgewehr mitnimmt, oder ob man Blendgranaten oder eine Mine mitnimmt. Die Entwickler geben sich hier große Mühe die Balance zwischen den Operatoren, Angreifern und Verteidigern möglichst auszugleichen, weshalb es ähnlich wie in Defence of the Ancients, League of Legends oder Overwatch auch sogenannte Counter gibt. Es gibt Operatoren, dessen Fähigkeiten die Fähigkeiten eines anderen Operators kontern. Deshalb lohnt es sich mit seinem Team abzusprechen und somit ein gewisses Metawissen über das eigentliche Spiel hinaus zu besitzen.

Dabei ist das Spiel aber keineswegs so schnell wie andere Genre-Vertreter. Fallen und ähnliches zwingen die Angreifer dazu überlegt vorzugehen. Darüber hinaus können Verteidiger leicht zerstörbare Wände verstärken, um Engpässe für die Angreifer zu kreieren. Sie können auch Stacheldraht auslegen, damit Angreifer nur langsam vorrücken können. Die Angreifer wiederum bekommen entsprechende Ausrüstung, um verstärkte Wände trotzdem zerstören zu können. Allerdings ist diese Ausrüstung auf beiden Seiten nur beschränkt nutzbar. Darüber hinaus gibt es keine automatische Regeneration a la Modern Warfare und nur wenige Treffer können den Bildschirmtod bedeuten. Sollte man allerdings nur leicht verletzt sein, können Teamkollegen einem Spieler wieder aufhelfen, was Gegner aber gerne für einen Hinterhalt nutzen.

Ich persönlich kann Rainbow Six: Siege nur empfehlen und es ist keineswegs zu spät noch einzusteigen. Es gibt zwar kosmetische Items und Aufsätze für Waffen freizuschalten, durch diese erhält man aber keinen allzu großen Vorteil. Wer taktische Kämpfe und eine Affinität zu Multiplayer Online Battle Arenas besitzt, sollte sich diesen Titel mal genauer anschauen. Aktuell befindet sich das Spiel im zweiten Jahr und wird von den Entwicklern stetig gepflegt und weiterentwickelt.

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