Grafikkarten-Hersteller im Vergleich: Machen die großen zwei Platz für einen Dritten?

Avatar  geschrieben von Aleksandar am 13.03.2019

Nach bereits wenigen Wochen in diesem neuen Jahr 2019 kann man davon ausgehen, dass aus Hardware-Sicht ein spannendes Jahr bevorsteht. Intel expandiert außerhalb seines Kernmarktes, dem Verkauf von Desktop- und Server-Prozessoren, und will wieder im Grafikkarten-Geschäft mitmischen. Eine Konkurrenz für AMD und Nvidia?

Intel will nun mitmischen auf dem Grafikkarten-Markt.

Intel will nun mitmischen auf dem Grafikkarten-Markt.

Die Marktführer im Vergleich: AMD und Nvidia

Die kalifornischen Unternehmen haben sich in den letzten Jahren als absolute Markführer hinsichtlich Grafikkarten etabliert. Nvidia, spezialisiert auf Mikroelektronik und Informationstechnik, gilt als Vorreiter in Sachen Grafiklösungen, wohingegen AMD eher Experte bei der Entwicklung von Halbleitern ist, die sich durch den großen „Boom“ der Unterhaltungselektronik in den 90ern unabdingbar geworden sind.

Werbung

Betrachtet man die beiden Grafikkarten-Hersteller, gilt im direkten Vergleich: Nvidia ist deutlich teurer als Konkurrent AMD, aber auch leistungsfähiger. Im Durchschnitt weisen Nvidia-Grafikkarten einen höheren Stromverbrauch auf, welcher sich vor allem bei High-End-Modellen im hohen Leistungsbereich und bei langen Nutzungszeiten bemerkbar macht. Hier merkt man aber auch den Fokus von Nvidia: Gaming.

Grafiklösungen, u.a. die „3D-Vision“ für das dreidimensionale Zocken oder „Gameworks“, haben die Spiele-Branche nachhaltig geprägt und Spieleentwickler mit nützlichen Tools ausgestattet, welche gleichzeitig eine Pfadabhängigkeit beim Kauf kreiert. Spiele die mit Nvidia-Grafiklösungen kreiert worden sind, verursachen bei AMD-Grafikkarten häufig Performance-Probleme.

Um weiter zu Nvidia aufzuschließen, stellte AMD im Juli 2017 die Vega-Serie vor, den Nachfolger der Radeon-500-Serie, die bis dato zu der leistungsfähigsten Grafik-Hardware gehörte. Die AMD Vega richtet sich überwiegend an Nutzer, die Anwendungen mit hohen Anforderungen an die Grafikleistung ausführen.

Aber selbst diese Generation von AMD-Grafikkarten ist bereits nicht mehr der letzte Schrei bei AMD. Auf der Consumer Electronics Show (CES) Anfang Januar 2019 in Las Vegas wurde die Navi-Architektur vorgestellt, die auch spätestens im zweiten Halbjahr erhältlich sein soll. Mit Navi erhofft sich AMD, das Mainstream-Segment zu stürmen und an Performance aufzuholen, um dem Niveau einer Nvidia Geforce RTX 2070 Konkurrenz zu machen. Doch auch Nvidia schläft nicht und war bereits dieses Jahr aktiv. Ende Februar wurde die erste neue Grafikkarte auf Turing-Basis veröffentlicht: die Geforce GTX 1660 Ti.

Ein Riese möchte mitmischen – Intels Angriff auf die Grafikkarten-Branche

Wie im Februar bekannt wurde, investiert der „Big Player“ in diesem Segment, um Gaming-Grafikkarten seinem Portfolio hinzuzufügen. Laut einem Bericht der „Times of India“ hat sich Intel größere Teile des Start-ups Ineda Systems einverleibt, um diesen Plan umzusetzen. Die Kernkompetenzen des Start-ups aus Hyderabad liegen in den Bereichen Internet der Dinge, autonomes Fahren und künstliches Intelligenz, soll aber laut Intel zusätzlich in einem anderen Gebiet unterstützen.

„Diese Transaktion stellt Intel ein erfahrenes SoC-Team (System-on-a-chip) zur Seite, welches ihnen beim Aufbau eines Geschäfts mit diskreten GPUs auf Weltklasse-Niveau unter die Arme greifen wird.“

Spätestens 2020 sollen die ersten eigenen Grafikkarten auf den Markt kommen, an denen knapp 100 Ingenieure von Ineda Systems in den kommenden Monaten und Jahren arbeiten werden. Bisher wurde noch nicht viel zu den technischen Komponenten der Intel-Grafikkarten bekannt gegeben – es wurde nur häufig wiederholt, wie ernst man es mit diesem Schritt meine. Besonders Entwicklungschef Raja Koduri, der Ende 2017 von AMD zu Intel wechselte, bekräftigten den Plan öffentlich.

Was heißt das für den Grafikkarten-Markt 2019?

Die letzten beiden Jahre waren vom Mining-Hype sowie Preis-Kampf und Ressourcenknappheit in puncto Grafikkarten geprägt – daran haben Nvidia und AMD kräftig verdient. Der Markt erholt sich jedoch wieder und auch Preise gingen auf angemessene Höhe zurück. Wie erste Berichte und Analysen zeigen, haben Nvidia und AMD im Endkundenmarkt deutlich weniger Grafikkarten verkauft als in den Jahren zuvor.

Der Quartalsbericht des Marktforschungsinstituts „Jon Peddie Research“ listet die drei Hersteller AMD, Nvidia und Intel mit ihren Grafikeinheiten auf. Demnach ist der Gesamtmarkt der GPU-Lieferungen im Vergleich zum vorherigen Quartal um 7,6 Prozent bei Nvidia bzw. 6,8 Prozent bei AMD gesunken. Intel schneidet weitaus besser ab mit einem Verlust von lediglich 0,7 Prozent. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Branche in den kommenden Monaten und Jahren entwickeln wird und ob die großen zwei Platz für einen Dritten erlauben werden.

AMD ★ Grafikkarten ★ Intel ★ Nvidia

Gib deinen Senf dazu

Updates & Hardware-Trends

Werbung

Games & Reviews

Aktuelle Lets Plays

With love for gaming since 1983 ★ TooCrazyGAMES ★ Eine Unternehmung von TooCrazyMEDIA