Alan Wake ★ Der Albtraum jedes Autoren!

ravensplace  geschrieben von ravensplace am 04.02.2019

Ist das Kunst? Oder kann das weg?

Eine Frage, die ich mir oft gestellt habe, was dieses spezielle Game angeht. Jeder kennt das ja, irgendwann stolpert man über ein Spiel, bei dem zu anfangs noch denkt: Hey! Ich hab so viel gutes über jenes gehört, das muss also auch spielbar sein, nur um dann festzustellen: was zum Teufel habe ich mir da in die Bude geholt?! Der Anfang ist noch soweit okay, aber gleich zu Beginn bemerkt man trotzdem schon die ersten Anzeichen, dass etwas ganz und gar nicht stimmt und während man sich weiter und weiter quält, gelangt man an dem Punkt, an dem man sich entweder geschlagen gibt oder die Zähne zusammenbeißt und es durchzieht. Wie bei einem besonders schlechten Date: Geh ich nun mit, oder begebe ich mich gleich für die weiteren peinlichen und unangenehmen Untersuchungen ins Krankenhaus?

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Das Licht des Leuchtturms

Das Licht des Leuchtturms

Zu Heftig? Ungefähr so kann ich meine Leiden beschreiben, die mich durch diese Story begleitet haben. Doch zuerst: die Zusammenfassung! Wir schlüpfen in die Rolle von Alan Wake, einem semi-erfolgreichen Thrillerautor, der in einer Schreibblockade, trotz „reger Fantasie“, steckt. Um ihn zu Unterstützen fährt seine Frau Alice mit ihm in die Berge, in ein kleines Städtchen mit dem hübschen Namen Bright Falls, damit er dort zur Ruhe kommt und an seinem neuen Roman arbeiten kann. Dort angekommen gehen sie gemeinsam in das örtliche Diner um den Schlüssel für ihr gemütlich-rustikales Häuschen in mitten eines Sees vom Besitzer abholen können. Jedoch finden wir dort nicht den eigentlichen Besitzer auf, sondern eine gruselige alte Frau, die uns erzählt, dass der Eigentümer verhindert sei und sie ihm die Schlüssel samt Wegbeschreibung geben soll, spätestens jetzt sollte man merken, dass etwas nicht stimmt. Als sie schließlich beim Häuschen ankommen stürzt seine Frau kurzer Zeit später aus noch unbekannten Gründen in den See und Alan versucht, heldenhaft, wie er nun mal ist, hinterher zu hechten um sie wieder rauszufischen, wacht aber plötzlich hinter dem Steuer seines Autos wieder auf und stürzt eine Klippe runter, welches er selbstverständlich überlebt. Nun muss er sich durch die Gegend und durch seine von der „Dunkelheit“ besessenen Bewohner mittels Knarre und Taschenlampe kämpfen und herausfinden was passiert ist.

Kampf gegen die Dunkelheit

Kampf gegen die Dunkelheit

Ein Leidensweg, ganz anders!

Jeder von euch, der mit Mystery- und Thrillerautoren bzw. Serien beschäftigt hat, wird mit diesem Spiel ganz besonders hart ins Gericht gehen, denn der Autor dieser Story ist niemand anderes als Sam Lake (Schreiberling von „Max Payne“). Und mit meiner bescheidenen persönlichen Meinung kann ich nur sagen, dass es ein Höllenritt der unangenehmen Weise wurde.

Die Macher vom Studio „Remedy Entertainment“ wollten unbedingt viel Neues probieren, haben es aber meiner Ansicht nach einfach zu übertrieben. Es hat den Anschein, dass man sich gedacht hat, man müsse alles reinwerfen um zu garantieren, dass etwas spitzenmäßiges wieder heraus zu bekommen. Das Endresultat ist ein mit Product Placements verseuchtes und wirres EpisodenGame, welches krampfhaft versucht mysteriös und vielschichtig zu sein. Inspiriert von Serien wie hauptsächlich Twin Peaks, Akte X und 24 und dem wohl wichtigsten Horror- und Thrillerautors unserer Zeit Stephen King, ist die Story so ausgebaut, dass jede Episode wie ein Puzzlestück fungiert und erst nach und nach ein vermeintliches Gesamtbild zu ergeben, doch schlägt die Geschichte ständig immer neue Wege ein und verliert sich in sich selbst. Ein Beispiel: Die „Dunkelheit“, welche versucht Alan auf seine Seite zu ziehen, damit er ein Buch für sie schreibt, welches dann wahr werden soll, greift Alan aber ständig an und versucht ihn mit allem mitteln in die nächste Welt zu verfrachten oder gar davon abzuhalten sein Werk zu vollenden. Wie passt das alles also zusammen? Warum tut es das? Eine Geschichte, in einer Geschichte, in einer Geschichte, in einer Geschichte…? Und abgesehen von diesen gravierenden Logikfehlern ist auch noch zu verdauen, dass die stereotypischen Figuren, die in diesem Spiel zu finden sind, entweder aus einer besonders schlechten achtziger Jahre Sitcom entsprungen zu sein scheinen oder sind ausschließlich nur da zu da, um einen ungeheuer hartnäckig auf die Nerven zu gehen. Außerdem sind die einzelne Gesichtskirmessen nach einer bestimmten Zeit einfach nur so fürchterlich anzusehen, dass man sich am liebsten je einen Kugelschreiber in je ein Auge stecken möchte.

Ein Licht gegen die Dunkelheit

Ein Licht gegen die Dunkelheit

„Billiger Horror und großkotziges Geschwafel!“

Die Steuerung dieses Third-Person-Shooters ist eher behäbig und die verschiedenen Umgebungen scheinen auf den ersten Blick ansprechend, werden aber zum Schluss so spärlich, als ob man sich gedacht hätte: fünf Jahre Entwicklungszeit sind genug, lasst uns das zum Abschluss bringen! Die ständigen Lance Flares, FlyCams und das immer wieder eingebauten Kameragewackel verursachen einem auch noch einen heftigen Anfall von Seekrankheit. Ebenfalls bemängeln muss ich die deutsche Synchronisation, obwohl die Intention da war, gab allein der Sprecher von Alan Wake (Role Credits!) einem eher das Gefühl, dass auch er genervt von der ganzen Situation wäre und am liebsten alles hingeschmissen hätte, gar pampig erschien er mir.

Das Grundgerüst dieses Game ist Rückblickend eigentlich eine perfekte Grundlage für ein gelungenes Storytelling. Es ist linear, episodisch aufgebaut und auch die Idee des Puzzeln und des benutzen des eigenen Gehirns sollten suggerieren, dass man ein rundes Spiel dabei herauskommen sollte. Auch das einbauen vieler kleiner Easter Eggs aus Filmen wie „The Shining“, „Hitchcock‘s Die Vögel“ oder auch „Rhea M“ (selbstverständlich von Stephen King) Um so enttäuschender ist es, dass genau das nicht dabei herauskam. Schwerverdaulich und überaus anstrengend, so würde ich das Fazit zu diesem Game ziehen.

Falls ihr nun Lust habt euch mit dem Thema auseinander zu setzen und ihr mich Leiden sehen wollt, dürft ihr gerne in mein Let’s Play von “Alan Wake” reinschauen!

Abenteuer ★ Alan Wake ★ Horror ★ Let's Play ★ Mysteriös ★ Rätsel ★ Remedy Entertainment ★ Sam Lake ★ Shooter ★ Steam ★ THQ Nordic ★ Thriller

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